Articles tagés ‘Juncker’

Die Presse zitiert Jean-Claude Juncker mit der Aussage, man könne auch ohne Ratifizierung des Lissabon-Vertrages Kroatien und Island in die E.U. aufnehmen. Ich möchte dem Premierminister widersprechen.

Die E.U. hat große Probleme zu bewältigen. Die wirtschaftliche Situation, die Finanzkrise, die steigende Arbeitslosigkeit, die Umwelt- und Energiepolitik erfordern ein kräftiges Handeln von Kommission, Ministerrat und Parlament.

Jede eventuelle Erweiterung der E.U. wäre ein Ablenkungsmanöver von den inneren Schwierigkeiten.

Vor allem: Wenn man jetzt Kroatien ohne vorherige Vertagsänderungen aufnehmen würde, wie kann man daraufhin Serbien, Montenegro, Bosnien-Herzegowina, Albanien, u.s.w. klarmachen, dass diese Länder warten müssen?

Bis zum Nizza-Vertrag lautete die Botschaft der EU: Erst Vertiefung, dann Erweiterung. Nizza brachte nicht die gewünschte Vertiefung. Trotzdem wurde die E.U. um 12 Staaten erweitert. Ohne neue Regeln und ohne zusätzliche Finanzmittel. Diese Flucht nach vorne sollte nun weitergehen.

Das Europaparlament war bislang gegen jedwede Erweiterung ohne die vorherige Ratifizierung des Lissabon-Vertrags. Als Abgeordneter werde ich mich jeder Politik widersetzen, die als einzige Perspektive Europas Erweiterungen um der Erweiterung willen hat.

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Am Sonntag werden zumindest 6 von 10 Luxemburger nicht „déi mam Juncker“ wählen. Dennoch scheint eine vierte Amtsperiode unseres Dauerpremiers unabwendbar. Umso wesentlicher ist es, dass die vielen Mitbürger, welche Junckers Wortspiele und Egotrips müde sind, dazu beitragen, die Übermacht der CSV zu bremsen. Eine Verkürzung des Abstandes zwischen CSV und LSAP wäre heilsam für den selbstgerechten Gottvater der Rechten.

Juncker redet viel und oft. Darunter viel Widersprüchliches. Deshalb kann er alles und sein Gegenteil behaupten. Er habe frühzeitig die ganze Tragweite der Krise erkannt, habe schon 2007 vor dem Mangel an Reglementierung an den Finanzmärkten gewarnt, und die zu hohen Managergehälter angeprangert. Doch was hat der Chef der Eurogruppe bewirkt?

Kluge Analysen im Nachhinein? Etwa als er am 11.12.08 im Rheinischen Merkur schrieb, es wären 2008 „vermeidbare Fehler gemacht worden“: „Die Finanzkrise wäre zu vermeiden gewesen, wenn man die Finanzmärkte rechtzeitig und ausreichend reglementiert hätte, statt dem globalen Deregulierungswahn immer neue Bahnen zu brechen.“ (…)

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