In letzter Zeit häufen sich in den sogenannten sozialen Medien antieuropäische Kampagnen, wo meistens anonyme Maulhelden der EU und insbesondere der Kommission die sonderbarsten Absichten unterstellen, etwa die “Privatisierung” des Saatgutes zugunsten von Monsanto und Co.
Das Europäische Parlament habe ein Verbot “durchgewunken”, das es Privatpersonen nicht mehr erlaube, Saatgut zu züchten oder weiterzugeben und ähnliche Anschuldigungen mehr.
Selbstverständlich ist diese Kampagne völlig unbegründet. Dennoch zirkuliert im Internet ein internes Arbeitspapier einer Kommissionsbehörde aus dem Jahre 2009. Wer sich die Mühe gibt, dieses nicht gerade taufrische Dokument zu studieren, stößt auf einige allgemeine Überlegungen über die eventuelle Notwendigkeit einer “seed law”, einer europäischen Verordnung über diverse Aspekte der Reglementierung von Saatgut, die zwölf bereits bestehende Direktiven zu einem einzigen Text zusammenfassen würde.
Das interne Arbeitspapier hat die Kommission bislang nicht dazu veranlasst, den Ko-Gesetzgebern, dem Parlament und dem EU-Ministerrat, einen Entwurf vorzulegen. Die Aufregung ist also reichlich verfrüht. (…)
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